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  • Lissabonner Kleinigkeiten: Ein Toter in Alcântara

    Früh­mor­gens ein Blick aus dem Fens­ter: unten vor dem Café liegt ein Toter. Mit Wolf­gang Ambros’ Da Hofa hat das wenig zu tun, eher mit mei­ner Neu­gier. Er liegt am Rücken, drei Män­ner ste­hen um ihn her­um. Einer sieht wie ein Zivil­po­li­zist aus, der ande­re ist ein enga­gier­ter Pas­sant, der…

  • Taubenblicke XIV

    Früh­lings­wet­ter­be­richt: Heu­te wird Ihnen die Son­ne beim Lesen auf einer Bank zum ers­ten Mal des Jah­res die Hän­de wär­men (Sonn­tag, 2. März) Wäh­rend einer Wan­de­rung im Wald die Ahnung eines bald her­ein­bre­chen­den Regen­schau­ers durch das rasche Zuneh­men der Schat­ten auf dem Boden und die Ver­dun­ke­lung der Räu­me zwi­schen den Bäu­men; das…

  • Notiz zu Sois belle et tais-toi von Les Insoumuses

    Der Inter­view­film Sois bel­le et tais-toi (Sei schön und sei still) des Video­kol­lek­tivs Les Inso­u­mu­ses um Caro­le Rous­so­pou­los, Del­phi­ne Sey­rig und Ioa­na Wie­der erscheint 1981, im sel­ben Jahr wie Juliet Ber­tos Regie­de­büt Nei­ge, aller­dings wur­den die Gesprä­che schon eini­ge Zeit zuvor auf­ge­nom­men, näm­lich 1976. Das Gespräch zwi­schen Ber­to und dem…

  • Notiz zu Like A Complete Unknown von James Mangold

    Die schlech­tes­ten Mythen­schrei­ber waren stets und sind immer noch die, die dem Exis­tie­ren­den nichts bei­fü­gen, kei­ne eige­ne Per­spek­ti­ve, die uns kei­nen neu­en Blick auf die bekann­ten Geschich­ten wer­fen las­sen, kei­ne eige­ne Spra­che, kein Bild, das es nicht vor­her schon gege­ben hat. James Man­golds Bob-Dylan-Film hat über­haupt kei­nen Zugang zum Mythos…

  • Hardly working

    Text: Micha­el Guarneri “Work makes you free” („Arbeit macht frei“) was a Bible-inspi­red phra­se adopted by Nazi pro­pa­gan­da and used as a slo­gan abo­ve the ent­rance of Dach­au, Ausch­witz and other camps whe­re exter­mi­na­ti­on through hard labor and other types of indus­tria­li­zed exter­mi­na­ti­on were car­ri­ed out. “Work is a mat­ter of honor, a mat­ter of…

  • Gesten der Zuneigung (cine amandi V)

    Valen­tins­tag um 8:30 Uhr im Ber­li­na­le Palast: Sheng xi zhi di (Living the Land) von Huo Meng. Ein Film über eine Dorf­ge­mein­schaft im Süd­os­ten Chi­nas; über ein Leben, das nur in sei­ner Gemein­schaft­lich­keit bestehen kann. Kei­ne Geschich­te über den indi­vi­du­el­len Auf­stieg und Fall oder die Irrun­gen und Wir­run­gen einer Bezie­hung.…

  • Ausschreibung: Workshop „Von Filmen sprechen“ 27.–30. März 2025 in Graz

    Die Dia­go­na­le – Fes­ti­val des öster­rei­chi­schen Films und Jugend ohne Film laden vier Teilnehmer*innen zu einem vier­tä­gi­gen Film­kri­tik-Work­shop nach Graz ein. Die Dia­go­na­le ver­steht sich als Forum für die Prä­sen­ta­ti­on und Dis­kus­si­on öster­rei­chi­scher Film­pro­duk­tio­nen. Ab dem 27. März ste­hen sie im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit und wol­len gese­hen, beschrie­ben und dis­ku­tiert wer­den. In unse­rem Work­shop…

  • Taubenblicke XIII

    Der ers­te Tag des Jah­res und das leich­te Tup­fen der Schnee­flo­cken auf der Stirn Die Über­res­te eines von den Jugend­li­chen zer­schmet­ter­ten Schnee­manns lie­gen von den weni­gen Son­nen­strah­len die­ser Tage ange­schmol­zen im Schat­ten des laub­lo­sen Schnur­baums, die mit jedem neu­en Tag mehr und mehr von den dar­über gehen­den Pas­san­ten zer­tram­pelt und Stück…

  • Währinger Kassiber: Regenrinnen

    Das Febru­ar­licht ist mir zu hart. Du musst dar­über lachen, fin­dest doch in jeder Stim­mung etwas, was dir behagt. Ich schaue aus dem Fens­ter und sehe ein schwar­zes Eich­hörn­chen über die alten Zie­gel des Hau­ses gegen­über klet­tern. Es krab­belt (fast weht es, so win­dig sieht es aus) in eine Regen­rin­ne.…

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