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  • Lissabonner Kleinigkeiten: Die selbstredende Frau

    Sie sitzt immer im vor­de­ren Block der hin­te­ren Rei­hen, hat kur­zes, schwarz­grau­es, fet­ti­ges, aber fein­säu­ber­lich gekämm­tes Haar, unter dem ihr Hals ver­schwin­det. Im Win­ter auch mit grau­er Hau­be über die Augen­brau­en gestülpt. Sie trägt oft eine rote Blou­son­ja­cke im 1990er-Chic und eine recht­ecki­ge Metall­rah­men­bril­le, die ihr ein biss­chen die Nase…

  • Saltimbank von Jean-Claude Biette

    Sein letz­ter Film, Sal­tim­bank, den Jean-Clau­de Biet­te ein Jahr vor sei­nem Tod dreh­te, ist Frie­da Gra­fe gewid­met, die ein Jahr zuvor ver­starb. Vom Ein­fluss, den Gra­fe auf Biet­te hin­ter­ließ, han­delt die­ser Film nicht. Eher ver­steht sich die­ser klei­ner Hin­weis zu Beginn des Films als Ver­beu­gung vor der Ver­gan­gen­heit, und damit…

  • Dialog von Antiope und Hippolytos zu Fogo do Vento von Marta Mateus

    Don’t you know you’­reLife its­elfLike a leaf clingsTo the tree Hip­po­ly­tos, Sohn des The­seus trifft auf einem ern­te­rei­fen Wein­feld in Alen­te­jo auf Antio­pe, Schwä­ge­rin sei­nes Vaters und viel­leicht sei­ne Mut­ter. Am Vor­abend haben sie einen Film gese­hen, Fogo do Ven­to von Mar­ta Mateus. ANTIOPE: Es ist ein schö­ner Tag. Die Wein­trau­ben sind…

  • Der Geist von David Lynch in Blake Edwards Experiment in Terror

    Es gibt Fil­me, die sieht man und weiß nicht wes­halb. Man trifft kei­ne Ent­schei­dung für die­se Fil­me, folgt eher einer flüch­ti­gen Lau­ne oder einer zer­mür­ben­den Schlaf­lo­sig­keit, die einen jen­seits der Bewusst­seins­schwel­le vors ange­neh­me Flim­mern der Bild­schir­me setzt. (So müs­sen die Drift­er frü­her ins Kino getor­kelt sein zu spä­ter Stunde) Oft ent­hal­ten…

  • Wo der Witz hingeht

    Je mehr und je öfter man Ernst Lubit­schs Fil­me sieht, des­to stär­ker dürf­te auf­fal­len, dass sie in aller Regel laut begin­nen und immer lei­se enden. Was am Anfang noch zum Lachen war, ver­liert mit der Zeit sei­ne Komik, indem sich eine rea­le Sei­te offen­bart. Das pas­siert über die Fil­me hin­weg,…

  • L’écran pétrifié (Etalagen VI)

    Im Vor­bei­fah­ren: Eine zurück­ge­setz­te Fas­sa­de, nur weni­ge Meter breit, die sich durch ihre Linie zwi­schen hel­lem und dunk­lem Putz vom Rest des nach links ver­lau­fen­den Hau­ses abgrenzt. Rechts dane­ben baut sich die her­vor­ste­hen­de Brand­mau­er des benach­bar­ten Hau­ses auf, sodass stets ein Schat­ten in die­se Ecke fällt, wo sich hin­ter einem…

  • Die Kunst des Wirkens: Adieu Philippine von Jacques Rozier

    «Wir genos­sen das Feh­len jeg­li­chen Maßes, die Kühn­heit, den Wage­mut, die Frei­heit, die Lei­den­schaft, die Aus­drucks­kraft,…» (Miguel Marí­as über das Kino der 1960er Jahre) Jac­ques Roziers Adieu Phil­ip­pi­ne gilt als Vor­zei­ge­werk der Nou­vel­le Vague und eines bestimm­ten Geis­tes der 1960er Jah­re. Da der Film im Ver­gleich zu den frü­hen Fil­men…

  • Vergehendes Jahr 2024

    Die Jah­re ver­ge­hen mir auf die Ner­ven, das war auch in die­sem nicht anders. Im Janu­ar sah ich eini­ge Fil­me, von denen ich wenig erin­ne­re, ähn­lich erging es mir in den dar­auf­fol­gen­den Monaten.  Tex­te anderswo Tex­te Perlentaucher Tex­te Filmdienst Außer­dem fin­den sich regel­mä­ßig Tex­te in der NZZ

  • Notiz zu Islands von Charlotte Zwerin, David Maysles, Albert Maysles

    Doku­men­tiert in einer etwas abge­run­de­ten, das heißt zuge­rich­te­ten Direct-Cine­ma-Ästhe­tik die Pro­zes­se, die nötig sind, um öffent­li­che Kunst zu rea­li­sie­ren: Poli­ti­sche und öko­no­mi­sche Debat­ten (USA), Dinie­ren mit ein­fluss­rei­chen Men­schen (Frank­reich) und höf­li­ches Lächeln bei schlech­ten Scher­zen von mäch­ti­gen Anzugs­men­schen (Deutsch­land). Das ist eigent­lich alles kaum reprä­sen­ta­tiv, weil es in einem eli­tä­ren…

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