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  • Lissabonner Kleinigkeiten: Im Café Dias

    Der Wie­ner braucht sein Kaf­fee­haus. Das war bei mir immer so. Es muss die ers­te Wahl sein, nicht irgend­ein Café. In Ams­ter­dam war es für mich das Café Wel­ling, hin­ter dem Con­cert­ge­bouw. Ich erin­ne­re mich an Mabu­se-arti­ge Tref­fen mit Freund*innen am run­den Tisch in der Mit­te, bei Jen­ever und klei­nen…

  • Notiz zu Juliet dans Paris von Claude Miller

    Zwei Din­ge beschäf­ti­gen mich, nach­dem ich Juliet dans Paris von Clau­de Mil­ler sah: ein Brief und die Son­nen­bril­len. Juliet Ber­to spielt eine Frau mit dem­sel­ben Vor­na­men, die mit einem Kof­fer nach Paris reist, um an der Uni­ver­si­tät zu stu­die­ren. Zwi­schen­durch kommt sie bei ihrer Bekann­ten Lucil­le unter, hält sich aber…

  • Sankt Galler Kassiber

    In den Hügeln ober­halb Sankt Gal­lens ste­hen Lin­den wie Bojen im Grün. Wer ihnen folgt und von einer zur nächs­ten wan­dert, geht ver­lo­ren zwi­schen den von Schnee­ver­we­hun­gen ver­las­se­nen Berg­gip­feln und dem sty­gi­schen Lau­ern des Boden­sees. Wir stei­gen aus der Stadt dort­hin hin­auf an einem Früh­lings­mor­gen. Du zeigst auf ein Schild,…

  • Notiz zu Cap Canaille von Juliet Berto

    „Du kannst Arti­kel sam­meln, Räu­sche, Wat­schen, aber eines wirst du in Mar­seil­le nicht sam­meln: Gewiss­heit“, sagt Jules Mayol­les in Cap Canail­le von Juliet Ber­to, der mit dem sire­nen­haf­ten Ruf Éli­sa­beth Wie­ners „Là bas, Là baaas …“ in den Ope­ning Cre­dits aus dem Hafen erklingt. Die­ser ist gleich­zei­tig ein laut­ma­le­ri­scher Fin­ger­zeig…

  • Währinger Kassiber: Griechenland

    Du hast geschrie­ben: Es ist Früh­ling. Mir war kalt. Du hast mir Bil­der von Blu­men geschickt. Ich habe kei­ne gese­hen. Du hast Oli­ven geges­sen, grü­ne, dicke Oli­ven. Ich habe bei einem Dich­ter gele­sen, dass ihr Saft die Dau­er über­strömt. Und dann habe ich dir geschrie­ben, dass unser­eins auch von der…

  • Notiz zu Le Gai Savoir von Jean-Luc Godard: Kollabierende Zusammenhänge

    Text: Leo­nie Jenning 1. Begrenz­te Optik: Der Ursprung allen Sehens ist das Licht. Jedes Objekt reflek­tiert Licht, und kann so von einem Auge als sol­ches erkannt wer­den. Durch Horn­haut, Pupil­le und Lin­se gebün­delt, trifft das auf dem Kopf ste­hen­de Abbild auf die Netz­haut. Dort wan­deln Mil­lio­nen von Foto­re­zep­to­ren, die Zap­fen…

  • Von Filmen Sprechen : Die Teilnehmenden unseres Diagonale–Workshops 2025

    Von 27. März bis zum 30. März hal­ten wir einen Work­shop «Von Fil­men Spre­chen» bei der Dia­go­na­le in Graz. Die Teil­neh­men­den wer­den Pod­casts pro­du­zie­ren, die wäh­rend der Tage vom Fes­ti­val publi­ziert werden. - Anna Eber­hardt, gebo­ren 1994, lebt und arbei­tet in Ber­lin. Anna ist Mit­glied der selbst­or­ga­ni­sier­ten Film­schu­le film­ar­che e.V.…

  • Notiz zu Le Milieu du Monde von Alain Tanner

    Es ist einer die­ser Win­ter, die nicht enden wol­len. Ich sit­ze in einer Alt­bau­woh­nung im acht­zehn­ten Bezirk Wiens und bli­cke seit Wochen in ein gleich­blei­ben­des städ­ti­sches Gelän­de. Der Him­mel ist grau und mit Aus­nah­me eines seit weni­gen Tagen zwi­schen den kah­len Baum­kro­nen umher­flie­gen­den Rot­dros­sel­schwarms kün­det nichts vom Früh­ling. In den…

  • Notiz zu Havre von Juliet Berto

    Text: Leo­nard Krähmer Die viel­be­sun­ge­ne Wei­te des Mee­res kon­tern die Hafen­an­la­gen von Le Hav­re mit archi­tek­to­ni­scher Groß­zü­gig­keit. Es sind aus­la­den­de Orte zum Ver­la­den von gro­ßen Din­gen, man braucht Krä­ne und Han­gars dafür. Wo bleibt der Mensch im Habi­tat des Con­tai­ner­stap­lers, wie bewegt er sich fort? Nach der Schicht fährt man…

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