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Taubenblicke VII
Taubenblicke VII Februar am Land: Die ersten blühenden Schneeglöckchen des Jahres am Wegrand, die, nach dem Nachtschlaf, im Frühmorgenlicht ihre müden Blicke auf die Schuhe von uns Vorbeigehenden richten, und im Gras vorm Haus liegt eine tote Kohlmeise, der schwarze Streif auf ihrem Bauch das einzige Dunkle im rundherum leuchtenden Grün Verwechslung:…
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Drei Ansichten von Ode(s)sa
Text: Luk Polleit Als ich Odessa das erste Mal sah, lag die Stadt im Nebel, an ihrer Küste ein Mann. Vakulinchuk, ein Matrose, der seine Kumpanen auf der Potemkin zum Aufstand anzettelte, lag begraben am Hafen – „getötet für eine Schüssel Borschtsch“. Ich sah den Pier, überflutet mit trauernden Massen…
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Die Sehnsucht, ohne einander miteinander zu sein (cine amandi I)
Sevmek Zamani von Metin Erksan Oft schwärmen wir für die Idee einer Person, die nur durch den einseitigen Blick, nur durch das einseitige Wissen der Existenz überhaupt existieren kann. Die Sehnsucht besteht nur fort, solange sie unerfüllt, das Objekt des Sehnens unerreicht in der Ferne bleibt. Die Sehnsucht schöpft aus…
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Der Actionstar als Märtyrer
Text: Leonard Geisler Es beginnt mit einer britischen Fernsehdoku über Buster Keaton. Ich lerne, dass es den Kameramännern Keatons strikt verboten war, eine Einstellung ohne sein ausdrückliches „Cut!“ zu beenden. Das Schiefgehen der Einstellung verheißt schließlich eben die Überraschung, das Aufreißen des Realen, das der Slapstick durch kleinteilige Kalkulation zu…
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Friaulische Kassiber: Durch Wolken gehen
In Clauzetto, auf dem balcone del Friuli, steckt eine Wolke. Sie steckt fest. Ihr schwerer weißgrauer Bauch kommt nicht über die Hänge und fällt auch nicht ins Tal. Langsam anschwellend verharrt dieses undurchdringliche Gemisch aus Wassertropfen zwischen Karstfelsen und der sich in den zähen Wolkenfängen verheddernden Sonne. Wer hinauf zum…
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Notiz zu Unsichtbare Tage oder Die Legende von den weißen Krokodilen von Eva Hiller
Ob sich in der Nacht Unvorhergesehenes, Ungeahntes, aber doch Ersehntes zu erkennen gibt, wird sich erst erfahren lassen, wenn sie vorüber gegangen ist. Dies könnte sowohl für Eva Hillers einzigartigen Film Unsichtbare Tage oder Die Legende von den weißen Krokodilen gelten als auch für die Retrospektive der diesjährigen Berlinale. In…
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Ein Mann ist keine Nacht: Verbrannte Erde von Thomas Arslan
Contra ius interea solum nocte, gegen das Gesetz, aber nur bei Nacht: dieser von Anne Carson so niedergeschriebene und von sprachlicher wie seelischer Dunkelheit durchzogene Beispielsatz für das lateinische Adverb interea beschreibt auch das Kino, zumindest ein bestimmtes Kino, beispielsweise den Gangsterfilm, nach seiner Schwärze in bestimmten Ausprägungen auch Noir…
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Notiz zu The Human Hibernation von Anna Cornudella Castro
In der Ferne ein rotes Leuchten im Nebel. The Human Hibernation von Anna Cornudella Castro beginnt bei Tauwetter. Ein kleiner Junge irrt durch einen winterlichen Wald, sucht seine Begleiter, um ihn herum Kühe, die ihre Blicke auf ihn richten. Er erreicht einen von Bäumen umstellten Teich, wo er verzweifelt in…
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Notiz zu Spuren von Bewegung vor dem Eis von René Frölke
Während man sich sonst erhofft, dass ein Film Licht ins Dunkle bringt, schwebt dieser mit gleichbleibender Aufmerksamkeit immer leicht unter dem, was als verständlich gilt. Der Titel von René Frölkes Spuren von Bewegung vor dem Eis könnte von einem jener Bücher entlehnt sein, die der Film in den Resten, von…



