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  • Von Taten sprechen, berichten, zitieren

    Text: Hans Bonhage Zwei Män­ner, einer etwas jün­ger, der ande­re etwas älter, einer in dunk­lem Blau, der ande­re in hel­lem Beige geklei­det, sit­zen in sechs sta­ti­schen Ein­stel­lun­gen jeweils abwech­selnd an einem drei­bei­ni­gen, schwarz spie­geln­den Tisch in einem offe­nen Raum. Sie erzäh­len in lan­gen Mono­lo­gen von gewalt­vol­len, bru­ta­len Taten, die sie…

  • Der unsichtbare Dritte

    Text: Sebas­ti­an Bobik Schuss-Gegen­schuss ist eines der klas­si­schen Mit­tel kon­ven­tio­nel­ler Film­spra­che. Wenn wir im Kino Dia­log­sze­nen sehen, wer­den die­se fast aus­nahms­los so gefilmt: Zwei Men­schen ste­hen oder sit­zen sich gegen­über und sehen ein­an­der an. Das wird oft in einer tota­len Ein­stel­lung eta­bliert, in der wir bei­de Gesprächs­teil­neh­mer im sel­ben Raum sehen.…

  • Begegnung mit einem Täter

    Text: Eli­sa­beth Kothgasser Knöp­fe spie­geln sich im schwar­zen Tisch. Knöp­fe auf sei­nem brau­nen, sand­brau­nen, sand­braun gestrick­ten Car­di­gan. Kra­wat­te, Hemd, sou­ve­rän und makel­los. Kei­ne Feder, Fus­sel, Haa­re, Krü­mel, kein ein­zi­ges Resi­du­um der Außen­welt ist auf sei­ner Klei­dung zu erken­nen. Dicke, dunk­le, pro­mi­nen­te Augen­brau­en über Augen, an die ich mich nicht mehr…

  • Keine Lichtblicke

    Text: Ron­ny Günl Kann das Kino ein Gefäng­nis sein? Wahr­schein­lich nicht, denn die Tür bleibt offen und es steht jedem frei zu gehen. Doch Sel­ma Doboracs Film De Fac­to errich­tet mit sei­ner außer­ge­wöhn­li­che­ren Form­stren­ge eine gera­de­zu undurch­brech­li­che Wand vor und um das Publi­kum, die zum Blei­ben nötigt, wenn man am liebs­ten…

  • Das zu brechende Versprechen

    Text: Nika Sohani Ein Tisch mit fünf Ecken und drei Beinen 2 der Täter gegen­über von­ein­an­der am Tisch Nicht genau gegen­über, kein Spiegelbild Es ist weit­aus kom­ple­xer und ver­win­kel­ter, als es zunächst scheint Es ist ja noch immer ein fünf­ecki­ger Tisch Und es ist ein kla­rer Tag Es ist schwie­rig, sich gegen­über zu…

  • Taubenblicke VIII

    Ver­wechs­lung: Der Flü­gel­schlag eines Vogels ist das Aus­schüt­teln eines Tep­pichs aus einem hohem Fens­ter (Staub­wir­bel in der Luft, über dem Kopf) Wun­der: Den vor einem Jahr ver­lo­re­nen Lieb­lings­blei­stift – auf ihm das Bibel­zi­tat: „Bei Gott ist kein Ding unmög­lich!“ – in der Brust­ta­sche eines vor ein paar Tagen gekauf­ten Sak­kos wiederfinden…

  • Diagonale Workshop «Von Filmen sprechen»: Die Teilnehmenden

    Vom 4. bis zum 7. April lei­ten Bian­ca Jas­mi­na Rauch und Patrick Holz­ap­fel einen Film­kri­tik-Work­shop auf der Dia­go­na­le in Graz. Wir wer­den uns über den Akt des Spre­chens vor, wäh­rend und nach einem Film aus­tau­schen und über das Pod­cast-For­mat und des­sen film­kri­ti­sche Bedeu­tung. Wäh­rend des Fes­ti­vals ent­ste­hen im Rah­men des…

  • Sprechen von Filmen

    Die an Fil­me ange­leg­ten Scha­blo­nen las­sen sich nur schwer überwinden. Das Spre­chen und Schrei­ben über Fil­me chan­giert zwi­schen Sprach­lo­sig­keit und Floskelhaftigkeit. Oft bil­det man Mei­nun­gen, bevor man etwas versteht. Die Mei­nung der Ande­ren ist einschüchternd. Direk­ter Kon­flikt mit fil­mi­schen Posi­tio­nen wird durch nuan­cier­tes Den­ken ausgehebelt. Für Begeis­te­rung braucht man zu…

  • Friaulische Kassiber: Das Grab von Pasolini

    Cja­sar­se, Cja­sar­sa oder Casa­r­sa del­la Deli­zia, so lau­tet der Name des bei Regen ziem­lich trost­lo­sen Ortes, an des­sen Rand der Dich­ter und Fil­me­ma­cher Paso­li­ni begra­ben liegt. Wir sind dort hin­ge­fah­ren an einem Sonn­tag. In einer Knei­pe haben sich ein paar grau­ge­klei­de­te Gestal­ten getrof­fen, Ata­lan­ta gegen Juven­tus lief auf den Bild­schir­men.…

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