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33 Jahre später: Berlin 10⁄90 und Dear Doc von Robert Kramer
»My father sat there in the browns and beiges and the television was one of his few pleasures.«1 Ich sitze in der Kinemathek und schaue auf den Potsdamer Platz. Es ist nur ein kleiner Fußweg zu den Orten, an denen Robert Kramer gefilmt hat, um seinen Film, die Plan-séquence Berlin…
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Österreichische Männer auf Supermarktparkplätzen
Denjenigen, die sich lauthals über die Unermesslichkeit vor allem ländlicher Supermarktparkplätze und der damit einhergehenden Bodenversiegelung und Verunstaltung der Landschaft echauffieren, sei hier ein für alle Mal entgegengehalten, dass diese asphaltglänzenden, sauber mit Linien überzogenen, wöchentlich zwischen den Ritzen gemähten und maximal zu einem Drittel ausgelasteten Flächen des Alltags auch…
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Der prismatische Schatz und das Hinreichende der Dichtung: Bad Ma Ra Khahad Bord von Abbas Kiarostami
Ich blicke in die weite Landschaft meines Bildschirmes, als würde ich selbst im Wind stehen und die frische, mit Sauerstoff angereicherte Bergluft einatmen. Ich lausche den tanzenden Getreidehalmen im Wind, erkenne nur noch einen gelben Reigen. Mit einem Mal entdecke ich ein Auto, das sich über die Kurven der erdigen…
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Taubenblicke II
Yppenplatz/Brunnenpassage: die hängende hellrosa Jacke als einziges Licht in dem ansonsten dunklen Raum und draußen vor der Tür zittern die Regenpfützen Verwechslung: ein auf dem Boden liegender Werkstatthandschuh mit einer toten Taube (frühmorgens, Akkonplatz) Im Park hören, wie ein Kind seine Mutter fragt: „Mama, warum ist heute Donnerstag?“ und bevor…
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Notiz zu The Four Seasons von Alan Alda
The Four Seasons von Alan Alda ist ein Film aus einer vormaligen Zeit, in dem ambivalente Gefühlsregungen von Figuren (beispielsweise das gleichzeitige Aufleuchten einer Zuneigung und Panik, Zärtlichkeit und Angst oder Traurigkeit und Albernheit) nicht nacheinander, in voneinander getrennten Szenen, sondern zur gleichen Zeit greifbar werden. Es ist schwer zu…
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„Mario will be talking a lot in the movie.” The Super Mario Bros. Movie als Bankrotterklärung des Kinos
Genau 30 Jahre ist es her, seit Super Mario Bros. zum letzten Mal fürs Kino adaptiert wurde. Eine Zeitspanne, in der sich das Verhältnis zwischen den Medien Film und Videospiel fast vollständig verkehrt hat. Der kommerzielle Fehlschlag der ersten Version von 1993 (unter anderem besetzt mit Bob Hoskins und Dennis…
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Taubenblicke I
Auf der Rustenstegbrücke, auf die das letzte Tageslicht fällt, verlangsamen die Menschen ihren Gang, bis sie allmählich stehenbleiben, Richtung Hütteldorf blicken, und ihre Gesichter in die Sonne halten. Ein junger Mann auf einer Bank in der Markgraf-Rüdiger-Allee, der so vertieft in sein Handy ist, als wäre es ein spannendes Buch. Die…
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Manche real, manche fiktiv: De Cierta Manera von Sara Gómez
De Cierta Manera von Sara Gómez beginnt mit der leidenschaftlichen Rede eines Mannes, einer Rechtfertigung seiner Abwesenheit, seines Fortbleibens von der Arbeit. Bald darauf springt ein Kollege auf, der ihn beschimpft und wild mit den Armen gestikuliert. Er bezichtigt ihn der Lüge. Seine Beschimpfungen gehen über in eine Musik, die…
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Die weiße Wand: Aftersun von Charlotte Wells
»Wozu ins Kino gehen, wenn sich die selben Filme auch zu Hause streamen lassen?« Bei Aftersun handelte es sich um einen Film, der, ausgezeichnet von einigen Festivals, in eher schlecht besuchte Programmkinos wanderte, wo er erst allmählich zu seinem Publikum fand. Nun ist er auf MUBI zu sehen und die…



